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Schild

Unerwartet war, dass der Großteil der Baracken bereits weg war. Man sah in leere Räume. Dadurch stellen sie nicht mehr das dar, was sie einmal waren – sie wurden zu neuen Orten.

Eine greifbare Form hat das Verbrechen durch die gesammelten Bilder der KZ-Häftlinge angenommen. Vor allem durch die genaue Dokumentation der Personen – Name, Geburtsdatum, Ankunftsdatum im KZ und Sterbedatum – wurde das Grauen viel lebhafter.

Bilderwand Häftlinge

Die große Anzahl an Menschen, die ihr Leben in KZ lassen mussten, wurde vor allem durch die Haare, die Schuhe und Bürsten sehr deutlich. Allesamt persönliche Dinge der Häftlinge, ja sogar ihres Kopfhaares waren sie bei der Ankunft beraubt worden.

Für uns ist es sehr schwer nachvollziehbar, sich in die Situation hineinzuversetzen, wie es den Häftlingen ergangen ist. Vorstellung und Realität decken sich nicht mehr – beispielsweise erscheint das Eingangstor zu Auschwitz I mit dem Motto “Arbeit macht frei” sehr klein, da man im Hinterkopf auch immer an das Eingangstor zu Auschwitz-Birkenau denkt.

Im Vergleich dazu wirkt das Areal von Auschwitz-Birkenau dann aber größer, als wir es erwartet haben. Man steht an einem Punkt auf diesem Gelände und hat den Eindruck, es geht endlos weiter.

Ein Höhepunkt des Tages war der gemeinsame Gedenkmarsch – die Menschenschlage war so lang, dass man das Ende gar nicht gesehen hat. Zum Gedenken an die Opfer wurden kleine Holztäfelchen mit persönlichen Botschaften gestaltet:

Holztaferl

Freddie Knoller, ein Zeitzeuge, erzählte uns von seinem Leben und Überleben in Auschwitz III. Überlebende betonen stets, dass sie die Zeit im KZ deshalb überlebt haben, weil ihnen jemand geholfen hat. Im Fall von Herrn Knoller war es Dr. Robert Weiß. Seine charmante englisch-deutsche begeisternde Erzählart hat uns alle mitgerissen und dennoch (oder trotzdem?) zum Lachen gebracht.

Der Tag war geprägt von ganz vielen Impressionen, die nun erst langsam wieder ins Gedächtnis kommen.

The one who does not remember history is bound to live through it again. (George Santayana)

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