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Valerie Uhlig

Ich für meinen Teil fand die Reise nach Polen sehr interessant und halte es für sehr wichtig, dass solche Dinge in Schulen angeboten werden, weil die Welt (und Österreich) offenbar schon wieder dabei ist zu vergessen was damals passiert ist.

Gerechter unter den Völkern

Besonders interessant habe ich die Gespräche mit den Zeitzeugen gefunden und ich finde es wirklich bewundernswert, dass diese Menschen es auf sich nehmen an den Ort ihrer Leiden zurück zu kehren um mit Jugendlichen zu Sprechen. Allerdings war ich ein bisschen enttäuscht, dass wir dann doch keinen Zeitzeugen bei uns im Bus hatten um ihm oder ihr noch persönlich Fragen zu stellen.

Was die Besichtigungen der Lager an sich betrifft, so glaube ich, dass es sehr wenig überraschendes und neues dabei gegeben hat, immerhin befasst man sich im Grunde die ganze Schulzeit über eingehend mit diesem Thema. Trotzdem ist es etwas anderes die Massen von abgeschnittenen Haaren, die Berge von Schuhen oder die Kinderkleidchen selbst zu sehen, als nur darüber zu lesen.

Häftling

Besonders berührt haben mich in Auschwitz die Bilder der Gefangenen mit den jeweiligen Ankunfts- und Sterbedaten darunter. Die Ausdrücke auf den Gesichtern der Gefangenen waren so unterschiedlich, dass man fast die Geschichten der Menschen daraus ablesen konnte. Zum Beispiel hatten die meisten der Frauen schon einen stumpfen, hoffnungslosen Blick, vielleicht weil man ihnen ihre Kinder kurz vorher weggenommen hatte oder weil diese schon im Laufe der Fahrt gestorben waren.

Bei den Männern hingegen recken noch manche stolz oder trotzig das Kinn, ein letztes aufbäumen gegen das kommende, unvermeidliche vielleicht. Allerdings habe ich mir kurz nach der Reise das neue Passfoto meines Vaters angeschaut und er hat einen sehr ähnlichen Gesichtsausdruck also vielleicht interpretiere ich zuviel.

Zu guter letzt Krakau und das Ghetto. Ich muss ehrlich sagen, das Ghetto, besonders der Platz der Ghettohelden hat mich wenig berührt. Ich weiß nicht wieso, vielleicht weil es eine Stadt ist und die Zeit dort nicht stillsteht, wie es teilweise in Auschwitz war. Ich meine, ich habe auch in Auschwitz keine Gespenster gesehen, jedes mal wenn ich versucht habe mir vorzustellen, wie die Leute dort Appell gestanden sind oder verprügelt wurden (normalerweise min ich gut in solchem Dinge-irgendwo-hinprojezieren) hat sich einer vor mir umgedreht und etwas wie: “Hat jemand einen Kaugummi?”, gerufen. Aber zumindest gab es so eine Art Vakuum. Im Ghetto war selbst davon nichts mehr zu spüren.

Das was ICH mich in Krakau am allermeisten gefragt habe war, wie viel mein Urgroßvater, der als Nachrichtenoffizier dort stationiert war, von alledem mitbekommen hat oder ob er am Ufer der Weichsel gestanden ist und gesehen hat, wie die Juden ins Ghetto getrieben wurden. Ich weiß, dass er kein Antisemit war, nur Militarist, aber trotzdem würde es mich brennend interessieren was er gesagt hat, zu seinen Kollegen als er dort war, über die Juden. Aber das wird niemand je wissen.

Aleksandra Mystek

Ich bin mir sicher, dass die unmittelbare Konfrontation mit den tragischen Geschehnissen des 2. Weltkriegs für uns alle unvergesslich bleibt.

Bilder von Häftlingen

Die Bilder der Verstorbenen, die Haare der Frauen und die Kleidung der Kinder brachten uns dieses grausame Verbrechen deutlich näher. In der Schule haben wir immer nur die Fakten und Zahlen zum 2. Weltkrieg gehört: wie viele gestorben sind, wann und wer angegriffen hat und wann welches KZ gegründet wurde. Doch jetzt konnten wir uns wirklich vorstellen, wie die Häftlinge leben mussten und wie grausam sie behandelt wurden.

Zu dem Gespräch mit dem „Gerechten unten den Völkern“: Ich fand es besonders interessant, da wir immer „nur“ die Erinnerungen von Zeitzeugen, die selber verfolgt wurden, gehört hatten. Die Geschichte aus einer anderen Perspektive zu hören fand ich persönlich sehr gut.

March vor Birkenau

Am meisten beeindruckt hat mich der Marsch vom Stammlager zu Auschwitz‐Birkenau. Ich hätte nie erwartet, dass so viele junge Menschen anreisen würden um diesen Weg zu gehen und sich an das Geschehene zu erinnern; es kamen Jugendliche aus Amerika, England, Argentinien etc.

Da meine Oma aus Krakau kommt, war mir die Stadt nicht fremd, aber, dass das jüdische
Viertel Kazimierz so schön ist, hätte ich mir nie gedacht. Ich bin schon oft an dem Gedenkplatz im ehemaligen Ghetto Krakaus vorbeigefahren, jedoch habe ich mir noch nieGedanken gemacht, wozu die Stühle dort stehen. Da ich es jetzt weiß, werde ich immer daran denken, wenn ich mit dem Auto vorbei fahre.

Zum Organisatorischen der Reise: Ich fand den Aufenthalt sehr gut durchgeplant und die
Programmpunkte gut durchdacht. Das einzige, was mich etwas gestört hat, war das lange Warten vor Oskar Schindlers Fabrik. Auch die Fürsorge der Begleitlehrer war großartig.

Diese Reise wird mir für immer in Erinnerung bleiben.

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